Von der Fussball WM über interkulturelle Kompetenz lernen

Nachdem Sie im ersten Teil bereits einige Aspekte kennengelernt haben, die uns die Fußball WM über interkulturelle Kompetenz zeigt, geht es im zweiten Teil noch einmal tiefer in die Materie. Was Sie von der WM und vom Sport für Ihre interkulturellen Fähigkeiten und Ihr Leben im Allgemeinen mitnehmen können, lesen Sie in diesem Artikel.

Es geht nicht nur ums Gewinnen, sondern auch darum, eine gute Zeit zu haben

Eine charakteristische Eigenschaft der deutschen Kultur ist die Sachorientierung. Das bedeutet, dass wir an vielen Stellen auf die Ergebnisse fokussiert sind und weniger auf den Weg. Arbeit soll dabei immer möglichst gut abgeliefert werden, beim Einkaufen soll es schnell gehen und beim Geschäftsessen soll nicht lange um den heißen Brei herumgeredet werden. Ein Satz wie „Hast du es eilig, gehe langsam“ aus Japan würde bei vielen Menschen hierzulande nur für Kopfschütteln sorgen.

Und genau hier haben wir Deutschen viel Lernpotenzial, das wir bei der WM hautnah selbst erleben können. Natürlich fiebern wir bei jedem Spiel mit. Gewinnt die Nationalmannschaft, sorgt das für Freude, bei einem Verlust sind die Fans traurig. Doch unabhängig vom Spielergebnis verbringen wir stets eine großartige Zeit. Ob wir die Spiele gemeinsam mit Freunden bei selbstgemachten Essen anschauen, in einem Lokal mit dem ganzen Raum mitfiebern, die besondere Atmosphäre eines Public Viewings genießen oder uns vielleicht einfach nur mit uns selbst eine Auszeit gönnen: das Erlebnis bleibt unabhängig vom Spielausgang schön.

Wenn wir uns diese Gewohnheit des ergebnisbefreiten Genießens zu Eigen machen, bereichert das nicht nur unser eigenes Leben, sondern vereinfacht auch den Umgang mit anderen Kulturen. Denn da wir Deutschen auf der Skala von Ergebnisorientierung und Ungeduld mit an der Spitze stehen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir bei der Begegnung mit anderen Kulturen auf Menschen treffen, die sich an einer ganz anderen Stelle auf dieser Skala befinden.

Unterstützung und Zusammenhalt im Team

Auch wenn die einzelnen Spieler eines Teams bei der Weltmeisterschaft aus dem gleichen Land kommen, spielen sie außerhalb der WM in unterschiedlichen Vereinen aus aller Welt. Dadurch sind sie sich weniger gut bekannt, als ein Außenstehender vielleicht denken mag.

Da jedoch alle von ihnen ein gemeinsames Ziel verfolgen und offen füreinander sind, herrschen auf dem Spielfeld gegenseitige Unterstützung und Zusammenhalt. Diese beiden Attribute sind unabdingbar, um Spiele zu gewinnen. Eine Gruppierung aus 11 Einzelkämpfer:innen würde es auf dem Spielfeld nicht besonders weit schaffen. Nur wenn alle im Team agieren, zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen können Spiele gewonnen werden.

Diese beiden Prinzipien können wir direkt auf die Interaktion mit anderen Kulturen anwenden. Auch wenn wir andere Menschen und deren Eigenheiten nicht kennen, können wir jeder Person mit Offenheit begegnen, uns gegenseitig unterstützen und zusammenhalten. Dabei muss immer jemand den ersten Schritt gehen. Und wenn wir selbst diese Verantwortung übernehmen, können wir uns immer sicher sein, dass dieser erste Schritt gemacht wird. Denn unabhängig davon, aus welcher Kultur verschiedene Menschen entstammen: Spiele gewinnt man immer gemeinsam im Team.

Zusammenhalt unter den Fans

Genauso wie die einzelnen Spieler auf dem Spielfeld zusammenhalten, herrscht auch unter den Fans am Spielfeldrand, in Bars, bei Public Viewings oder Zuhause eine besondere Atmosphäre der Verbundenheit. Dabei kleidet man sich nicht nur gleich, sondern bringt einander auch sehr viele freundschaftliche Gesten entgegen: man liegt sich in den Armen, singt gemeinsam Lieder und lädt sich gegenseitig zu Essen und Trinken ein. Dabei spielt es keine Rolle, aus welchem Land jede:r einzelne kommt oder aus welcher Kultur die Person ursprünglich entstammt. Die Fans bilden dann ihre eigene Fankultur.

Die WM und das gemeinsame Interesse ist dabei lediglich der Anlass dieser gelebten Verbundenheit. Die eigentliche Ursache liegt darin begründet, dass Vorurteile und Grenzen im Kopf zu diesem Anlass fallen gelassen werden und stattdessen gegenseitige Unterstützung und Nächstenliebe in den Vordergrund rücken.

Diese Einstellung können wir uns für alle Lebenssituationen und insbesondere für den Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen zu Eigen machen. Häufig existieren an dieser Stelle Grenzen im Kopf oder gewisse Vorurteile, die Menschen von einer Annährung abhalten. Wenn immer Sie in solchen Situationen eine gewisse Scheu bei sich wahrnehmen: Stellen Sie sich vor, die Person, die Sie gerade treffen, würde mit Ihnen ein WM-Spiel anschauen. Sie würden sich vermutlich deutlich offener verhalten und sich in der Folge wesentlich mehr annähern. Wenn Sie im Alltag mit einer solchen Offenheit auf andere Kulturen zugehen, schaffen Sie Verbindung statt Distanz.

Ein Blick über den Tellerrand eröffnet uns neue Perspektiven, Ideen und Lösungsansätze. Andere Kulturen leben uns häufig genau die Lösungen vor, die wir benötigen um persönliche und globale Herausforderungen zu bewältigen und Probleme zu lösen. Mehr darüber erfahren Sie in meinem Buch „Was wir von anderen Kulturen lernen können“. Weitere Informationen finden Sie hier.

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